Naturkatastrophe im Himalaya: Hilfe für Nepal - Lion unter den Opfern

Die Familie des Verstorbenen bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: Kuhle sei bei einem Abstieg im Manaslu-Massiv nördlich von Kathmandu während des Bebens von herabstürzenden Felsmassen getroffen und tödlich verletzt worden.

Kuhle war am Samstag mit seiner Gruppe vom geografischen Institut der Göttinger Universität im nepalesischen Himalaya auf dem Abstieg von Jagat nach Dhopan. Die Wissenschaftler befanden sich in einer engen Schlucht, als sie von dem Erdbeben überrascht wurden.

Kuhle prüfte Weg für Studenten

Kuhle habe sich „ein gutes Stück der Gruppe voraus“ befunden, vermutlich um die Sicherheit des Weges zu überprüfen, heißt es. Während der Erschütterungen sei der Wissenschaftler von herabstürzenden Felsmassen am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden. Die übrigen Teilnehmer der Exkursion - 15 Studierende und ein weiterer Wissenschaftler - seien bis auf kleinere Verletzungen unversehrt geblieben.

Die Gruppe habe in der auf das Unglück folgenden Nacht wegen massiver Erdrutsche zwischen Jagat und Dobhan biwakieren müssen, berichtete Kuhles Familie.

Kuhles mitgereister wissenschaftlicher Mitarbeiter habe die Informationen in einem Telefonat mit der Familie bestätigt, sagte Kuhles Sohn Arthur.

Der ums Leben gekommene Matthias Kuhle - ein erfahrener Bergsteiger - galt als herausragender Kenner des Himalaya und Hochgebirgsgeograf. Er war in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Dutzend Mal zu Forschungsreisen in der Region unterwegs gewesen. Sein besonderes Interesse galt der Entstehung und den Folgen von Eiszeiten. Bekannt wurde er durch den Nachweis eines tibetischen Inlandeises und dessen Einfluss auf die globalen Eiszeitzyklen. Kuhle war Experte für Glacialgeomorphologie - der Formung einer Landschaft durch Eis. Er wäre noch ein Jahr im Uni-Dienst gewesen. Sein nun fehlendes Fachwissen werde ein tiefes Loch reißen, sagte Uni-Dekan Dr. Hilmar von Eynatten.

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